Tuesday , August 9 2022

Rewe-Chef über Karfreitagsregelung: "Das können wir uns nicht leisten"



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Rewe-Chef über Karfreitagsregelung: "Das können wir uns nicht leisten"

WIEN. In der Debatte um den halben Feiertag am Karfreitag hat sich nun auch der Chef des größten Handelskonzerns in Österreich, Rewe (Billa, Merkur, Penny, Adeg, Bipa), zu Wort gemeldet.


Rewe-Österreich-Chef Marcel Haraszti Bild: OÖN

"Einen verkaufsoffenen Feiertag, das können wir uns nicht leisten", sagte Marcel Haraszti, Bereichsvorstand für das Rewe-Vollsortiment in Österreich. Zuschläge ab 14 Uhr bezahlen zu müssen, wären eine "riesen finanzielle Belastung", die einen Millionenbetrag kosten würde. "Wir wollen eine Kompensation haben, wenn das kommt", forderte Haraszti.

Zuschläge ab 14 Uhr bezahlen zu müssen, wären eine "riesen finanzielle Belastung", die einen Millionenbetrag kosten würde. "Wir wollen eine Kompensation haben, wenn das kommt", forderte Haraszti.

Infrastrukturminister Norbert Hofer (FPÖ) hat für den Handel am Karfreitag eine Regelung analog zu jener zu Mariä Empfängnis ins Spiel gebracht. Handelsangestellte können an diesem Tag von 10 bis 18 Uhr arbeiten und bekommen dies zusätzlich bezahlt, können es aber auch ablehnen. Aufgrund dieser Regelung sei der 8. Dezember für den Handel der teuerste Tag im Jahr, erklärte gestern Handelsobmann Peter Buchmüller. Der Rewe-Österreich-Chef hält den 8. Dezember für einen Sonderfall, für den Karfreitag wäre das nicht leistbar.

Für den Lebensmittelhandel ist der Karfreitag der zweitstärkste Einkaufstag nach dem 23. Dezember. "Da Kunden zu verbieten, am Nachmittag einkaufen zu können, das verursacht einen extremen Kundenschmerz. Das ist für uns sehr bedenklich", sagte Haraszti.

Künftig weniger Aktionen

In Österreich liegt der Aktionsanteil im Lebensmittelhandel bei 30 Prozent, in Deutschland macht er nur 10 Prozent aus. "Der Aktionsdschungel wird immer komplexer", sagte der Rewe-Österreich-Chef. Damit soll Schluss sein. 1 + 1 gratis, minus 25 Prozent auf vier Lieblingsprodukte und diverse Rabattpickerln machen den Lebensmitteleinkauf in Österreich zur ständigen Schnäppchenjagd.

Haraszti will den hohen Aktionsanteil bei Billa, Merkur & Co in den nächsten Jahren Schritt für Schritt zurückfahren. Geld, das sich Rewe bei den vielen Aktionen spart, könne dann stattdessen in den Regalpreis gesteckt werden, sagte der Handelsmanager am Donnerstag im Klub der Wirtschaftspublizisten.

"Recht machen kann man es eh niemandem"

Vergleiche der Arbeiterkammer, wonach identische Produkte in Deutschland günstiger seien als in Österreich, ärgern Haraszti. Der Aktionsanteil sei in Deutschland um ein Drittel geringer, auch die Lohnnebenkosten seien niedriger, Struktur und Logistik mit Österreich nicht vergleichbar. Auch die Industrie könnte einen größeren Beitrag leisten, räumte der Rewe-Österreich-Chef ein. Während die Margen in der Lebensmittelindustrie zweistellig seien, würden sie im Lebensmittelhandel bei nur ein bis drei Prozent liegen.

"Die Arbeiterkammer sagt, wir sind zu teuer. Die Landwirtschaft sagt, wir sind zu günstig. Recht machen kann man es eh niemandem", sagte Haraszti. Es sei aber grundsätzlich nicht verständlich, warum ein Schokoriegel mehr kostet als ein Schweinskotelette, meinte der Manager zur aktuellen Debatte um zu billiges Fleisch im Handel.

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